Arbeitsgrundlagen

Initiativkreis Religionen in Essen (IRE)

 

Präambel

Der Initiativkreis Religionen Essen, im weiteren IRE genannt, ist aus der Einsicht heraus entstanden, dass in allen Religionen eine Aufforderung zur Mitmenschlichkeit, zur Achtung der Würde des einzelnen Menschen, zur Bewahrung der Schöpfung und zu einem gemeinsamen Handeln für den Frieden ausgesprochen wird. Er besteht aus Vertreter/innen der Kirchen, der Synagoge und der Moscheegemeinden in Essen.

Er hat es sich zur Aufgabe gemacht, die gemeinsame Botschaft des Friedens, der Toleranz und der gegenseitigen Achtung zwischen allen Bevölkerungsgruppen in der Stadt Essen und über sie hinaus wirkungsvoll zu fördern.

Seine Aktivitäten sind darauf ausgerichtet, Signale der Verständigung zu setzen und im öffentlichen Raum miteinander zu handeln.

Ausgangspunkt sind dabei die gemeinsamen Wurzeln der drei abrahamitischen Religionen in der Öffnung zu Anderen.

Der IRE bietet eine Plattform für gemeinsame Initiativen und Projekte der Religionsgemeinschaften und versteht sich als Gesprächspartner für gesellschaftliche Einrichtungen und Gruppierungen, insbesondere mit den in Betracht kommenden Einrichtungen der Stadt Essen.

Die im IRE vertretenen Religionsgemeinschaften geben keine ihrer Kompetenzen und Rechte hinsichtlich  ihrer eigenen Organisation an den Kreis ab. Er mischt sich nicht in die internen Belange einzelner Religionsgemeinschaften ein und verzichtet darauf, für, gegen oder über einzelne Religionsgemeinschaften Beschlüsse zu fassen.

Er ist davon überzeugt, dass

  • Konflikte grundsätzlich gewaltfrei gelöst werden können,
  • Religionen nicht für politische Zwecke missbraucht noch als Rechtfertigung für Gewalt in Anspruch genommen werden dürfen.

Er unterstützt darum Initiativen,

  • die von den Religionsgemeinschaften ausgehend aktiv für den demokratischen Rechtsstaat eintreten,
  • die untereinander Begegnungswege entwerfen sowie sich Einblick in  ihre kulturellen Wurzeln und in ihre religiöse Praxis gewähren,
  • die sich als aktive TeilnehmerInnen des kulturellen Handelns der Stadtgesellschaft in Essen verstehen.

§1 Geltungsbereich 

1. Der „Initiativkreis Religionen in Essen“ (nachfolgend IRE genannt) gibt sich zur Durchführung von Sitzungen und Tagungen nachfolgende Arbeitsgrundlage.

2. Alle Sitzungen sind nicht öffentlich. Auf Antrag und Beschluss der Delegierten kann Öffentlichkeit, insbesondere Gäste und BeraterInnen, zugelassen werden.

§2 Zusammensetzung des IRE

Der IRE setzt sich aus Delegierten folgender Organe zusammen:

  • Evangelischer Kirchenkreis Essen
  • Jüdische Kultusgemeinde Essen
  • Katholische Stadtkirche Essen
  • Kommission Islam und Moscheen in Essen

§3 Delegierte

1. Die bei Gründung der IRE benannten Delegierten sind:

  • Herr Muhammet Balaban            (Kommission Islam und Moscheen in Essen)
  • Herr Hans-Hermann Byron        (Jüdische Kultusgemeinde Essen)
  • Herr Bernhard Jakschik               (Katholische Stadtkirche Essen)
  • Herr Azzadine Karioh                   (Kommission Islam und Moscheen in Essen)
  • Frau Michaela Langenheim        (Evangelischer Kirchenkreis Essen)
  • Herr Willi Overbeck                       (Evangelischer Kirchenkreis Essen)
  • Herr Axel Rademacher                (Evangelischer Kirchenkreis Essen)
  • Herr Mathias Streicher                 (Katholische Stadtkirche Essen)
  • Herr Andreas Volke                       (Evangelischer Kirchenkreis Essen)

2. Die in §2 aufgeführten Organe können maximal 4 Delegierte entsenden.

3. Die in §2 aufgeführten Organe können einzelne Delegierte jederzeit abrufen sowie Ersatz-Delegierte entsenden.

4. Sämtliche Änderungen im Sinne des Abs. 2 sind für die übrigen Delegierten in geeigneter Form zugänglich zu machen. Für die Bekanntmachung sind die Organe verantwortlich.

§4 Geschäftsstelle

1. Sofern die finanziellen Möglichkeiten gegeben sind, ist der IRE befugt, eine Geschäftsstelle einzurichten.

2. Über die Einrichtung und Besetzung der Geschäftsstelle entscheidet der IRE durch einstimmigen Beschluss der Delegierten.

3. Einzelheiten zu den Aufgabenbereichen der Geschäftsstelle werden in einem gesonderten Beschluss der Delegierten geregelt.

4. Bis zur Einrichtung einer ordentlichen Geschäftsstelle wird die Abwicklung der laufenden Geschäfte durch die Geschäftsstelle des Essener Verbundes der Immigrantenvereine e.V. vorgenommen.

§5 Vertreter für bestimmte Aufgabenbereiche

1. Die Delegierten können für bestimmte Aufgaben/Projekte einen oder mehrere Vertreter aus ihrer Mitte heraus benennen, der/die den IRE nach außen vertreten. Die Vertreter sollen besondere Fachkompetenz und Erfahrung im Hinblick auf die Aufgabenerfüllung aufweisen.

2. Durch einstimmigen Beschluss können zusätzlich externe Personen für Aufgaben/Projekte der IRE beauftragt werden.

§6 Sitzungen

1. Die ordentliche Sitzung findet in der Regel monatlich statt. Außerdem kann eine außerordentliche Sitzung einberufen werden, wenn das Interesse der IRE es erfordert.

2. Zeit und Ort der Sitzungen sind rechtzeitig durch die Delegierten zu bestimmen. Die Wahl des Sitzungsortes soll turnusmäßig erfolgen. Die Sitzungsleitung erfolgt ebenfalls turnusmäßig.

3. Fragen, die theologische Inhalte betreffen, werden zur weitergehenden Beratung an die zuständigen Fachstellen der jeweiligen Religionsgemeinschaften verwiesen. Dieses Verfahren soll gewährleisten, dass Fragen, die theologische Aspekte und Empfindlichkeiten besonders berühren, stärker in die einzelnen Religionsgemeinschaften hineingetragen werden.

4. Über die Sitzung der IRE ist vom Schriftführer ein Protokoll aufzunehmen, das alle Beschlüsse einschließlich der Ablehnung von Anträgen und alle Wahlergebnisse enthält. Wurden die Stimmen ausgezählt, so sind die Zahlen in das Protokoll aufzunehmen. Sofern es erforderlich ist zu bestimmten Themen ein Wortprotokoll zu erstellen.

5. Versammlungen und Sitzungen sind zu protokollieren. Die Protokolle sind für Delegierte in geeigneter Form zugänglich zu machen. Das Protokoll muss in einer der darauffolgenden Sitzungen einstimmig genehmigt werden.

§7 Abstimmung

1. Beschlussfähig ist jede ordnungsgemäß einberufene Sitzung, wenn mindestens ein Delegierter der in § 2 aufgeführten Organe anwesend  ist.

2. Soweit nichts anderes bestimmt, haben die in §2 aufgeführten Organe unabhängig von der Anzahl ihrer Delegierten jeweils nur eine Stimme. Hat ein Organ mehrere Delegierte entsandt, so ist die Stimme einheitlich abzugeben.

3. Die Beschlüsse werden grundsätzlich einstimmig gefasst.

4. Im Einzelfall kann durch  einstimmigen Beschluss auch nach dem Prinzip der einfachen Mehrheit abgestimmt werden. Bei Stimmgleichheit gilt der Antrag als abgelehnt.

5. Beschlüsse können auf schriftlichem/elektronischem Wege gefasst werden, wenn alle Delegierte einverstanden sind.

§8 Inkrafttreten/Änderungen der Arbeitsgrundlagen

1. Diese Arbeitsgrundlage wurde in der Sitzung vom 02.07.2012 beschlossen und tritt sofort in Kraft.

2. Änderungen der Arbeitsgrundlage bedürfen der Zustimmung aller in §2 aufgeführten Organe.

Essen, 02.07.2012

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